Vergleicht man die Gesundheit traditionell lebender Bevölkerungsgruppen mit der moderner Gesellschaften, zeigt sich ein auffälliger Unterschied: Menschen, die sich naturbelassen und ursprünglich ernähren – mit einem hohen Anteil an Fett und Eiweiß – entwickeln selbst im höheren Lebensalter kaum typische Zivilisationskrankheiten. Mit zunehmender Industrialisierung und Verarbeitung von Lebensmitteln steigt dagegen die Zahl der Erkrankungen deutlich an. Parallel dazu nimmt die Häufigkeit von Zivilisationskrankheiten rapide zu.
Was unterscheidet unsere heutige Ernährung eigentlich so grundlegend von der ursprünglichen, für den Menschen passenden Ernährungsweise? Unsere Lebens- und Essgewohnheiten haben sich stark verändert – unsere Biologie jedoch kaum. Das Erbmaterial ist nahezu identisch mit dem unserer Vorfahren; in rund drei Millionen Jahren hat sich unser Genom um weniger als 2 % verändert. Das bedeutet: Unser Körper hat im Wesentlichen noch immer die gleichen Bedürfnisse und Ansprüche wie damals.
Essen entscheidet: gesund bleiben oder krank werden 🍎➡️💪
Aus evolutionärer Sicht haben sich viele Entwicklungen der letzten 10.000 Jahre in rasantem Tempo vollzogen. Mit dem Beginn von Ackerbau und Viehzucht um etwa 10.000 v. Chr. veränderte sich die menschliche Lebensweise grundlegend – zunächst wurde Getreide sogar überwiegend als Tierfutter genutzt. Als es später in die menschliche Ernährung integriert wurde, zeigten sich bereits bei den alten Ägyptern erste gesundheitliche Folgen: Studien an Mumien belegen eine deutliche Zunahme von Arteriosklerose.
Im Laufe der Zeit wurde Getreide zunehmend veredelt, hochgezüchtet und raffiniert – dabei gingen wertvolle Proteine, Fette, Mineralstoffe und Ballaststoffe verloren. Mit der Einführung von Zucker als „Weiterentwicklung“ des Honigs kam ein weiterer entscheidender Faktor hinzu. Die industrielle Lebensmittelverarbeitung der letzten 200 Jahre hat unsere Ernährung schließlich noch einmal radikal verändert:
Ballaststoffe und Vitamine wurden entzogen
Öle und Fette chemisch raffiniert
Proteine isoliert
Fleisch, Fisch und Eier stammen aus Massentierhaltung
empfindliche Nährstoffe oxidieren
zahlreiche Zusatz- und Hilfsstoffe werden beigefügt
künstliche oder gentechnisch erzeugte Aromen kommen zum Einsatz
Und diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen…
Kein Wunder also, dass unser Organismus unter dieser Entwicklung zunehmend überfordert ist.
Viele Zivilisationskrankheiten entstehen bereits im Kindes- oder Jugendalter. Sie entwickeln sich schleichend, bleiben über Jahrzehnte unauffällig und treten erst später im Leben plötzlich und mit voller Wucht in Erscheinung.
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